Stress lass nach – Chronischen Stress erkennen und bekämpfen

Chronischen Stress erkennen

Können Sie chronischen Stress erkennen? Immer mehr Menschen leiden unter chronischem Stress. Die Folgen sind mitunter gravierend. Im schlimmsten Falle droht ein Burnout. Doch was versteht man überhaupt unter Stress und weshalb kann er uns krank machen?

Stress: eine normale körperliche Reaktion

Akuter Stress ist im Grunde genommen eine ganz normale Reaktion unseres Organismus auf äußere Umstände. Kurzzeitige Reize lösen eine Stressreaktion im Körper aus. In Sekundenschnelle sind wir dann in der Lage, ganz besonders effizient zu reagieren. Unsere Konzentration ist stark erhöht, das Blut wird rascher durch den Körper gepumpt. Dadurch werden jede Menge Energien frei. Das hat Mutter Natur absichtlich so eingerichtet, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern.

Treten solche akuten Stresssituationen gehäuft auf, womöglich auch noch in einer starken Intensität, kann uns das aber auf Dauer krank machen. Akuter Stress wird zu chronischem Stress. Körper, Psyche und und Geist werden dauerhaft strapaziert.

Chronischen Stress erkennen

Chronischer Stress: Symptome

Bei chronischem Stress ist der Körper quasi dauerhaft in Alarmbereitschaft. Kein Wunder, dass das an unseren Reserven zehrt! Über kurz oder lang machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Wird nichts dagegen unternommen, manifestieren sich solche Anzeichen von chronischem Stress.

Daran können Sie dauerhaften Stress erkennen:

  • Bluthochdruck → Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen
  • Schmerzen am Bewegungsapparat (Rücken, Nacken,…)
  • Unruhezustände, Nervosität, unkontrollierte Muskelzuckungen
  • Muskelschwäche
  • Hautprobleme
  • Nägelkauen oder Zähneknirschen
  • depressive Verstimmungen/ Depressionen
  • Appetitlosigkeit oder auch Heißhunger
  • Immunsystem ist stark belastet → erhöhte Infektanfälligkeit
  • Magen-Darm-Probleme (Durchfall, Verstopfung, Reizdarm,…)
  • schlechtere Wundheilung
  • Libidoverlust, Erektionsprobleme

Was löst chronischen Stress aus?

Um chronischen Stress zu bekämpfen, beziehungsweise es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sollte man sich seiner Ursachen bewusst sein. Auch gilt es, eine Sensibilität dafür zu entwickeln, in welchen Situationen uns Stress positiv unterstützt (Eustress) und wann Stress negativ wirkt und uns schwächt (Distress).

Wird Stress zu einem dauerhaften Zustand, der sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt, sind die Gründe dafür meist vielfältig. Sie können sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld liegen. Vor allem in Berufen, in denen eine hohe Leistungsbereitschaft gefordert wird, ist die Wahrscheinlichkeit für chronischen Stress bis hin zum Burnout erhöht. Doch auch Turbulenzen im Privatleben können zu chronischem Stressgefühl führen. Zudem ist es heutzutage häufig der Fall, dass Berufliches und Privates ineinander übergreifen. Wir sind ständig erreichbar, quasi stets in Alarmbereitschaft. Für unser Stressempfinden ist das äußerst kontraproduktiv.

Die häufigsten Ursachen für chronischen Stress im Überblick:

  • erhöhtes Arbeitspensum; Leistungsdruck
  • Zeitdruck; schlechtes Zeitmanagement
  • dauerhafter Lärm
  • ständige Erreichbarkeit
  • Reizüberflutung
  • Perfektionismus; zu hohe Anforderungen an sich selbst
  • zu hohes Verantwortungsgefühl (beispielsweise Schwierigkeiten, zu delegieren)
  • Überforderung
  • zu viele Verpflichtungen im Alltag („Freizeitstress“)
  • Schwierigkeiten, abzuschalten
  • geringe Belastbarkeit
  • Krankheiten oder chronische Schmerzen
  • Konflikte, Mobbing, Isolation
  • Verluste (Arbeitsplatzverlust; Tod eines Angehörigen; Trennung,…)
  • Schulden

Was kann man gegen chronischen Stress tun?

Bemerken Sie Anzeichen von chronischem Stress, dann ist es höchste Zeit, etwas zu verändern! Generell sollten Sie gut auf sich achten und eine gewisse Work-Life-Balance nicht aus den Augen verlieren. Gegen manche Einflüsse von außen, die chronischen Stress auslösen können, ist man leider machtlos. Umso wichtiger ist es, jene Aspekte zu verändern, auf die man Einfluss hat. So geben Sie chronischem Stress keine Chance!

Hier einige Vorschläge, wie Sie negativen Stress im Alltag in die Schranken weisen:

  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf.
  • Entspannungstechniken, Yoga oder Meditation können helfen.
  • Nehmen Sie sich bewusst Zeit für die Dinge und Menschen, die Ihnen gut tun.
  • Sorgen Sie für Pausen, Entspannung und Regeneration.
  • Überdenken Sie Ihre eigenen Ansprüche und treten Sie kürzer.
  • Schalten Sie das Smartphone ruhig einmal aus.
  • Begeben Sie sich in die Natur, denn das lädt die Batterien im Handumdrehen auf.
  • Machen Sie tatsächlich Feierabend! Dienstliches muss bis zum nächsten Tag warten.
  • Lachen und tanzen Sie den Stress einfach fort!
  • Lernen Sie, Aufgaben zu delegieren und auch einmal Nein zu sagen.
  • Haben Sie das Gefühl, dass gar nichts mehr geht, holen Sie sich dringend professionelle Hilfe!
  • Gesunde Ernährung.

Wenn Sie merken, dass Ihr Stresslevel stark erhöht ist, hilft es, sich zu besinnen, um erkennen zu können, wo die Ursachen liegen. Führen Sie am besten ein „Stresstagebuch“, in das Sie über ein bis zwei Wochen all jene Situationen eintragen, die mit erhöhter Anspannung und Stress verbunden sind. Wie sagt man nämlich so schön? Nur wer den Feind kennt, kann ihn auch bekämpfen!

Studie zum Thema Chronischer Stress.

Quelle: Bundesgesundheitsblatt

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