Hilfe bei Hämorrhoiden: Behandlungsmöglichkeiten

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Hämorrhoiden sind ein ausgesprochen unangenehmes Leiden, über das nicht gerne gesprochen wird. Dennoch ist diese Erkrankung im Bereich des Mastdarmes, die sich durch Symptome wie Juckreiz, Brennen, Empfindlichkeit, Schmerzen oder Blut am Anus äußert, weit verbreitet. Die Dunkelziffer ist hoch, denn Betroffene werden häufig erst dann beim Arzt vorstellig, wenn der Leidensdruck sie dazu zwingt. Ein Fehler, denn mit geeigneten therapeutischen Maßnahmen können Beschwerden, die Hämorrhoiden mit sich bringen, rasch gelindert werden. Aber was tun bei Hämorrhoiden? Hilfe bei Hämorrhoiden: Behandlungsmöglichkeiten und wie man sie erkennt.

Wie erkennt man Hämorrhoiden?

Wir alle haben Hämorrhoiden! Am Ende des Mastdarmes liegt diese polsterförmige Ansammlung von Blutgefäßen unter der Schleimhaut und sorgt gemeinsam mit der Analmuskulatur für einen entsprechenden Verschluss des Afters. Erst, wenn sich Hämorrhoiden unangenehm bemerkbar machen, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Die vergrößerten Hämorrhoiden wölben sich dann knotenförmig vor. Im Hinblick auf den Schweregrad unterscheidet man vier verschiedene Stadien. Je früher die Behandlung von Hämorrhoiden einsetzt, desto besser ist die Aussicht auf dauerhafte Beschwerdefreiheit.

Zum Schweregrad von Hämorrhoiden

Hämorrhoiden 1. Grades: Die vergrößerten Hämorrhoiden sind noch nicht zu ertasten oder zu sehen. Bemerkbar machen sie sich vorwiegend durch helles Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier.

Hämorrhoiden 2. Grades: Bei größerer Anstrengung (etwa beim Stuhlgang) sind die vergrößerten Hämorrhoiden kurzzeitig außen sicht- und tastbar, in den meisten Fällen ziehen sie sich aber von selbst wieder zurück ins Rektum. In diesem Stadium sind Symptome wie Brennen, Jucken und Blutungen häufig.

Hämorrhoiden 3. Grades: Normale körperliche Anstrengung (auch über Stuhlgang hinausgehend) bewirkt in diesem Stadium das Austreten der vergrößerten Hämorrhoiden aus dem Rektum. Diese sind nun häufig sicht- und tastbar, lassen sich aber noch in den After zurückschieben. Zu den gängigen Beschwerden wie Jucken, Brennen und Blutbeimengungen, kommen nun in vielen Fällen Schmerzen, Nässen sowie Schleim- und Stuhlspuren in der Unterwäsche.

Hämorrhoiden 4. Grades: In diesem letzten Stadium liegen die Hämorrhoiden dauerhaft außerhalb des Afters und lassen sich auch nicht mehr zurückdrücken. Massiv unangenehme Symptome wie etwa starke Schmerzen, Fremdkörpergefühl und Stuhlverlust sind die Folge.

Anzeichen von Hämorrhoiden: Symptome im Überblick

Die Symptome eines Hämorrhoidalleidens sind individuell sehr unterschiedlich gelagert. Häufig machen sich vergrößerte Hämorrhoiden im 1. und 2. Stadium wenig bemerkbar, sodass Betroffene den Gang zum Arzt hintanstellen. Ein fataler Fehler, denn gerade zu Beginn kann mit Hilfe spezieller Cremes oder Salben noch entsprechend eingegriffen werden und einer Verschlechterung der Hämorrhoiden wird vorgebeugt.

Hat man häufiger mit Problemen im Analbereich zu kämpfen, macht es Sinn, den Rat eines Mediziners einzuholen. Auch Schwangere oder frischgebackene Mütter sollten diesbezüglich keine falsche Scham an den Tag legen. Denn der Druck einer fortschreitenden Schwangerschaft auf den Beckenboden- und Darmbereich beziehungsweise der Geburtsvorgang selbst führen nicht selten zu einer schmerzhaften Vergrößerung von Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden Symptome:

  • Empfindlichkeit, Juckreiz, Brennen, Nässen oder Schmerz im Bereich des Anus
  • (Helles) Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
  • Schleimabgänge
  • Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können
  • Druck und Schmerzen, wenn die Hämorrhoiden nach außen treten (zum Beispiel beim Stuhlgang)
  • Gefühl eines „Knubbels“ an der Anusinnenseite
  • Etwa traubengroße Schwellungen am Anus außerhalb
  • Stuhlinkontinenz

Hilfe bei Hämorrhoiden: Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Therapie von Hämorrhoiden stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wie ein Hämorrhoidalleiden behandelt wird, ist immer vom Ausprägungsgrad sowie der individuellen Symptomatik abhängig.

Lokal anwendbare Präparate wie Zäpfchen, Cremes oder Salben gegen Hämorrhoiden helfen bei Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen. Gerade im Anfangsstadium sind sie eine gute Möglichkeit, sich Linderung zu verschaffen, langfristig kann allerdings nur der Profi helfen. Gerade bei Hämorrhoiden Grad 1 und Grad 2 lässt sich durch kleine medizinische Eingriffe (Verödung, Abbinden) nämlich häufig dauerhafte Beschwerdefreiheit erreichen. Sind die Hämorrhoiden bereits stark fortgeschritten (Grad 3, Grad 4), hilft oftmals nur noch eine Operation.

Hämorrhoiden vorbeugen und Behandlungsmöglichkeiten: Was kann man selbst tun?

Eine ganzheitliche Sicht auf die Erkrankung ist auch bei Hämorrhoiden eine sinnvolle Zugangsweise. Gerade im Hinblick auf Stuhlgewohnheiten können kleinere Veränderungen langfristig helfen beziehungsweise Hämorrhoiden sogar vorbeugen. Auch Hausmittel kommen gerne zur Anwendung.

Weicher Stuhl (und damit weniger Pressdrang bei der Darmentleerung) wirkt wahre Wunder! Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung (Vollkorn, Gemüse, Obst) sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr kommen dem entgegen. Zusätzlich können auch stuhlformende Schätze der Natur (Flohsamen, Weizenkleie, Leinsamen, Trockenfrüchte, Sauerkraut,…) in den Speiseplan aufgenommen werden. Und nicht zu vergessen: Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Beim Stuhlgang ist außerdem darauf zu achten, nicht damit zuzuwarten und ebenso auf heftiges Pressen zu verzichten.

Bei Beschwerden wie Jucken, Brennen oder Nässen können Sitzbäder mit Zusätzen aus Eichenrinde, Löwenzahn oder Johanniskraut Linderung verschaffen.

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